Karl-Ludwig Wetzig – Preisträger 2003

Originaltext übersetzt

«In den Nächten sehe ich mir Träume an. Es ist etwas ganz Neues für mich, aber woher es auch immer kommt, ich kann auf einmal die Träume der Leute hier im Haus sehen. Sie dünsten aus den schlafenden Leibern wie die Dampfwolke um ein verschwitztes Pferd auf einem kalten Hof; farbiger Dampf, der zu Bildern und immer wieder neuen Bildern kondensiert. Die Bildqualität vielleicht nicht überragend, matte Farben und verwischte Formen wie elektrische Waberlohen.»


Buchinfos

Eines Tages wacht Einar Grímsson auf und weiß seinen Namen nicht mehr. Und nicht nur das: er hat überhaupt jede Erinnerung verloren. Aus Mitleid nimmt ihn ein Schafbauer in sein Haus auf. Ganz allmählich stiegen schließlich vage Szenen aus der Vergangenheit auf, und Einar Grímsson begreift zu seinem Entsetzen, daß er auf unerklärliche Weise in einem seiner eigenen Romane aufgewacht ist.

Hallgrímur Helgason
Vom zweifelhaften Vergnügen, tot zu sein.

Klett-Cotta Verlag, Stuttgart, 2005
Übersetzung aus dem Isländischen.