Gabriele Leupold – Preisträgerin 1997

Originaltext übersetzt

«An einem wichtigen Ort begab sich ein Auftritt, ein außerordentlich wichtiger; dieser Auftritt begab sich, das heißt er fand statt. Aus Anlaß dieses Ereignisses traten am erwähnten Ort mit außerordentlich ernsten Gesichtern in bestickten Uniformen auch außerordentliche Leute auf; sie waren, sozusagen, zur Stelle.
Das war ein Tag der Außerordentlichkeiten. Natürlich war er heiter. Seit den frühesten Stunden blinkte am Himmel die Sonne; und so blinkte auch alles, was nur blinken konnte: Petersburger Dächer, Petersburger Turmspitzen, Petersburger Kuppeln.»


Buchinfos

Petersburg am Vorabend der Revolution 1905. Giftige, grünliche Nebel ziehen von der Newa herüber und verwandeln die Passanten auf dem Newskij Prospekt in Schatten. Ein Mordanschlag wird vorbereitet. Er gilt dem Senator Apollon Apollonowitsch Ableuchow, einem jener fortschrittsgläubigen Verwaltungsbeamten, die den gewaltigen Ausdehnungen des russischen Reiches mit Zirkularen, Tintenlöschern und Aktenzeichen zu Leibe rücken. Sein Sohn Nikolaj Apollonowitsch, ein grüblerischer junger Mensch, ist in die Kreise der Verschwörer geraten und erhält den Auftrag, die Bombe im Arbeitszimmer seines Vaters zu deponieren. Das Ungeheure nimmt seinen Lauf.

Andrej Belyj
Petersburg

Insel Verlag, Frankfurt am Main, 2001
Übersetzung aus dem Russischen.