Zuger Übersetzer: unsere neusten Aktivitäten

Soeben ist unser dritter Newsletter erschienen. Einzusehen ist er hier.
Wer unsere Informationen regelmässig erhalten möchte - das heisst: 3x pro Jahr - melde sich bitte per E-Mail an, wir nehmen gerne neue Adressen in unseren Verteiler auf.

Die nächsten Veranstaltungen der Zuger Übersetzer

Jährliche Mitgliederversammlung des Vereins Zuger Übersetzer
Freitag, 29. Oktober 2021, 19.00, Gotischer Saal, Rathaus Zug, Fischmarkt, 6300 Zug

Zuger Übersetzer-Gespräche I
Brasilien übersetzen - Berthold Zilly und «Grande Sertāo: Veredas»
Berthold Zilly im Gespräch mit Thomas Sträter, Universität Heidelberg
Freitag, 29. Oktober 2021, 20.00, Gotischer Saal, Rathaus Zug, Fischmarkt, 6300 Zug

Zuger Übersetzer-Gespräche II
Alex und Nadja Capus: Ein Ehepaar und die Sprache
Alex Capus, Schriftsteller, und Nadja Capus, Professorin für Strafrecht und Strafverfahren, im Gespräch mit Röbi Koller
Samstag, 30. Oktober 2021, 10.30, Gotischer Saal, Rathaus Zug, Fischmarkt, 6300 Zug
Vor der Veranstaltung: Kaffee und Gipfeli, Eintritt frei

Preisverleihung Zuger Übersetzer-Stipendium 2021
Das Stipendium von 50'000 Franken für die literarische Übersetzung eines Werkes in die deutsche Sprache wird zum dreizehnten Mal vergeben.
Preisträgerin 2021 ist Vera Bischitzky. Der Anerkennungspreis geht an die Übersetzerinnen Lena Müller und Katharina Meyer.
Sonntag, 12. Juni 2022, 10.30, Casino Zug
 


 

Zuger Übersetzer-Stipendium 2021 an Vera Bischitzky
Anerkennungspreis an Katharina Meyer und Lena Müller

Das dreizehnte Zuger Übersetzer-Stipendium in der Höhe von SFr. 50'000 geht an Vera Bischitzky (Berlin) für die Übersetzung des Romans Das Steilufer (Obryv) von Iwan Gontscharow. Das Buch wird im Hanser Verlag (München) erscheinen.  

Den Zuger Anerkennungspreis in der Höhe von je SFr. 10'000.- erhalten Katharina Meyer (Düsseldorf) und Lena Müller (Berlin). Sie übersetzen für Zsolnay (Wien) den Roman La Danse du vilain von Fiston Mwanza Mujila. 

Die Preisverleihung findet am 12.6.2022 in Zug statt.

Die Preisträgerin des Zuger Übersetzer-Stipendiums
Vera Bischitzky, geboren 1950 in Berlin, studierte Russistik und Anglistik. Von 1972-1980 arbeitete sie als Redakteurin, anschliessend und bis heute als Übersetzerin, Lektorin und Publizistin. In den 1990er Jahren war sie Interviewerin unter anderem für Steven Spielbergs Survivors of the Shoah Visual History Foundation. 
2010 erhielt Vera Bischitzky den Helmut-M.-Braem-Preis für die Übersetzung von Nikolai Gogols Tote Seelen; 2014 den internationalen Gontscharow-Preis für Herausgabe und Übersetzung von Oblomow sowie die Herausgabe und Übersetzung des Briefbandes Herrlichste, beste, erste aller Frauen.

Der Autor und das Werk
Iwan Gontscharow (geboren 1812 in Simbirsk, gestorben 1891 in Sankt Petersburg), Sohn einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie, bildete sich an der Handelsschule und später an der Universität Moskau aus. Danach arbeitete er in unterschiedlichen Positionen als Beamter in Sankt Petersburg. Er gehört zu den grossen Klassikern der russischen Literatur, blieb aber trotz der Popularität seines Romans beziehungsweise Protagonisten Oblomow etwas im Schatten seiner Zeitgenossen Gogol, Dostojewski, Tolstoi und Turgenjew. 
Das Steilufer (Obryv) erschien zuerst 1869. Das Buch bildet zusammen mit Eine gewöhnliche Geschichte und Oblomow eine Art Trilogie. Diese dokumentiert einen eigentlichen Epochenumbruch im russischen Alltag. Das althergebrachte, patriarchalische Gefüge in der Provinz wird einem modernen, europäischen Leben gegenübergestellt; beide Pole haben ihre je eigenen Ambivalenzen. Gontscharow schildert die Zerrissenheit der Protagonisten zwischen diesen beiden Welten und die Suche der Helden nach ihrem eigenen Platz.
    
Die Preisträgerinnen des Zuger Anerkennungspreises
Katharina Meyer (*1979) lebt als freie Übersetzerin in Düsseldorf. Sie übersetzt aus dem Englischen, Französischen und Spanischen.



Lena Müller (*1982) ist freie Übersetzerin aus dem Französischen sowie Autorin. Sie lebt in Berlin.



Der Autor und das Werk
Fiston Mwanza Mujila (*1981) ist ein französischsprachiger, aus dem Kongo stammender Autor. Er lebt in Graz, schreibt Lyrik, Prosa und Theaterstücke und unterrichtet afrikanische Literatur an der Universität. 

Fiston Mwanza Mujila, Katharina Meyer und Lena Müller erhielten 2017 gemeinsam den Internationalen Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt. Der Autor für seinen Roman Tram 83, die beiden Übersetzerinnen für ihre Übertragung desselben ins Deutsche.

Die Jury
Der Vorstand des Vereins Zuger Übersetzer verleiht das Zuger Übersetzer-Stipendium gemäss den Vorschlägen einer Fach-Jury. Dieser gehören zurzeit an:

Christoph Balmer, Zug, Buchhändler und Verleger
Ulrich Blumenbach, Basel, Übersetzer
Dr. Brigit Eriksson-Hotz, Baar, Germanistin
Dr. Georg Gerber, Zug, Deutsch- und Philosophielehrer an der Kantonsschule Zug, Vorsitzender der Jury
Prof. Dr. Thomas Hunkeler, Freiburg, Professor für französische Literatur an der Universität Freiburg 
Paula Marty, Zug, Journalistin
Manfred Papst, Zürich, Redaktor
Dr. Ilma Rakusa, Zürich, Autorin und Übersetzerin, Lehrbeauftragte am Slawischen Seminar der Universität Zürich, emeritiert 
Dr. Jürg Scheuzger, Zug, ehem. Deutschlehrer an der Kantonsschule Zug 
Dr. Gabriela Stöckli, Zürich, Geschäftsführerin des Übersetzerhauses Looren
 


Karin Betz wird Gastprofessorin an der FU Berlin

Die in Frankfurt am Main lebende Übersetzerin wird im Wintersemester 2021/22 die August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur für Poetik und Übersetzung an der Freien Universität Berlin bekleiden. Karin Betz wurde 2013 vom Verein Zuger Übersetzer mit dem Anerkennungspreis ausgezeichnet. Damals arbeitete sie am Roman »Die Wiedergeburt der Ameisen« des chinesischen Schriftstellers Liao Yiwu.


Foto Alexander Neroslavski

​Die vom Deutschen Übersetzerfonds und der Freien Universität Berlin 2007 ins Leben gerufene Gastprofessur ist die erste Professur für die Poetik der Übersetzung im deutschsprachigen Raum und wird jährlich im Wintersemester am Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft eingerichtet.

Karin Betz hat in Frankfurt am Main, Chengdu (VR China) und Tokio (Japan) moderne und klassische Sinologie, Philosophie und Politik studiert und zunächst im Kulturaustausch gearbeitet. Seit 2009 ist sie im Hauptberuf Übersetzerin chinesischer, manchmal auch englischer und spanischer Literatur, u. a. von Literaturnobelpreisträger Mo Yan, Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo, Friedenspreisträger Liao Yiwu und dem populären Science-Fiction-Autor Liu Cixin.

Als Übersetzerin und Kulturvermittlerin engagiert sich Karin Betz auf vielfältige Weise – in akademischen Zusammenhängen (u. a. als Dozentin an der Universität Göttingen, der Universität Nanjing und der Fremdsprachenuniversität Guangzhou) genauso wie als Leiterin von Übersetzungsworkshops, als Jurorin und Rezensentin oder auch als DJ von Tango Argentino.
 


Wer darf Amanda Gorman übersetzen?

Bei der Amtseinführung von Joe Biden trug Amanda Gorman ihr Gedicht »The Hill We Climb« vor. Der Verein Zuger Übersetzer beschäftigt sich mit der aktuell debattierten Frage, welche Voraussetzungen eine Person mitbringen muss, um berechtigt zu sein, die Texte der jungen schwarzen Amerikanerin zu übersetzen. Die Mitglieder der Fachjury des Zuger Übersetzer-Stipendiums nehmen dazu Stellung.

Für die Schriftstellerin, Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin Ilma Rakusa ist es absurd, wozu identitäres Denken führen könne: »Die Forderung, Amanda Gormans Gedicht dürfe nur von einer jungen schwarzen Frau übersetzt werden, könnte bald weitere nach sich ziehen: nur Schwarze dürften über Schwarze schreiben, nur Frauen über Frauen, nur Männer über Männer usw. Wo bleiben die universalen Werte? Wo das Vertrauen in Phantasie, Empathie, Talent und handwerkliches Können, ohne die Kunst – auch die des Übersetzens – nicht existieren kann?«

Der Übersetzer Ulrich Blumenbach erachtet es als Trugschluss, »wenn Identitätspolitiker*innen heute konstatieren, nur die Mitglieder der eigenen Opfergruppe dürften von ihrem historischen Schmerz sprechen. Konsequent weitergedacht, mündet diese Forderung in das Bestreiten der Empathiefähigkeit Gruppenfremder, in die Absage an die Möglichkeit der Verständigung über Gruppengrenzen hinweg und letztlich in die Unmöglichkeit allen Übersetzens.«

Manfred Papst (Journalist NZZ am Sonntag), Thomas Hunkeler (Prof. für französische Literatur, Uni Freiburg) und Jürg Scheuzger (ehem. Präsident Zuger Übersetzer) schliessen sich diesen Argumentationen vorbehaltlos an. Gabriela Stöckli (Leiterin Übersetzerhaus Looren) versteht andererseits auch »den Schmerz, aus dem solche Forderungen hervorbrechen« und findet es notwendig und bereichernd, sich auf die Diskussion darüber einzulassen, »was Begriffe wie Repräsentanz und Aneignung bedeuten und wie die eigene Position beschaffen ist und sich verändert.«

Der Vorstand des Vereins Zuger Übersetzer schliesst sich den oben zitierten Positionen an.


Preisverleihung für Zuger Übersetzer-Stipendium 2021 verschoben

Aufgrund der aktuell immer noch unsicheren Coronasituation ist die Preisverleihung für das Übersetzer-Stipendium 2021 im aktuellen Jahr schlecht planbar oder wird allenfalls gar nicht möglich sein. Der Vorstand der Zuger Übersetzer hat deshalb entschieden, den wichtigsten Anlass des Vereins, der dessen Aktivitäten nach aussen sichtbar macht, zu verschieben. Eine reduzierte Preisübergabe mit Videoübertragung als Alternative wurde verworfen.

Die Sitzung der Jury, die zwei Monate vor der Preisvergabe stattfinden müsste, wurde ebenfalls verschoben. Eine Videokonferenz als Alternative hat die Vereinsleitung ausgeschlossen, da ein virtuelles Treffen kaum ein adäquates Setting für die Vergabe von Stipendium und Anerkennungspreis in der Höhe von total 60'000 Franken sein könne.

Die Jurysitzung, welche im Mai 2021 stattfinden sollte, wird im Sommer/Herbst 2021 neu angesetzt.

Die Preisverleihung für das Zuger Übersetzer-Stipendium 2021 wird ins erste Quartal 2022 verschoben.

 


Zuger Übersetzer-Gespräche 2020: Der Podcast

Bettina Spoerri, Florence Widmer und Ulrich Blumenbach durchleuchten in ihrem Gespräch das literarische Feld im Hinblick auf Übersetzungsförderung: von Projekten mit Schulklassen und Studiengängen an Hochschulen hin zu Netzwerkbildung, Preisen und Stipendien. Das Gespräch gibt einen umfassenden Einblick darüber, welche monetären und (infra-)strukturellen Förderungen bereits vorhanden sind, zeigt aber vor allem auch auf, was noch fehlt und welche Massnahmen nötig wären, um das Übersetzen aufzuwerten und für Übersetzer*innen angemessene Arbeitsbedingungen zu schaffen.

Zuger Übersetzergespräche 2020   

Bilder (von links oben nach rechts unten): Zuger Übersetzer-Gespräche, Florence Widmer, Bettina Spoerri, Ulrich Blumenbach

Die Zuger Übersetzer-Gespräche fanden am Samstag, 28. November 2020 im Gotischen Saal des Zuger Rathauses statt. Den Gedankenaustausch können Sie in voller Länge anhören oder Downloaden. Wir wünschen viel Vergnügen.


Zuger Übersetzer-Gespräche 2020 ohne Publikum - aber neu mit Podcast!

Übersetzungsförderung: wie und wozu?
Die Übersetzer-Gespräche, geplant am Samstag, 28. November 2020 im Gotischen Saal in Zug, werden leider ohne physisch anwesendes Publikum stattfinden müssen. Die Veranstaltung wird aber trotzdem durchgeführt.

Wir werden den Dialog zwischen Bettina Spoerri (Literaturhaus Lenzburg), Florence Widmer (Übersetzerhaus Looren) und Ulrich Blumenbach (Zuger Übersetzer-Stipendium 2015) an dieser Stelle als Podcast zur Verfügung stellen (ab 29.11.20)

Vielen Dank für Ihr Verständnis - der Vorstand des Vereins Zuger Übersetzer

»Ohne Übersetzung keine Weltliteratur«

So hat es der ungarische Übersetzer Lajos Adamik unlängst in Zug auf den Punkt gebracht. Ist Übersetzungsförderung also eine Selbstverständlichkeit? Und, welche Möglichkeiten der Förderung gibt es? Über solch grundsätzliche und andere Fragen sprechen Bettina Spoerri, Florence Widmer und Ulrich Blumenbach. Alle drei Gäste engagieren sich auf unterschiedliche Weise und in verschiedenen Institutionen für die Förderung von literarischen Übersetzungen.


 


Mitgliederversammlung 2020

Die Mitgliederversammlung der Zuger Übersetzer hat am Dienstag, den 20. Oktober 2020 im Gotischen Saal der Stadt Zug unter besonderen Bedingungen stattgefunden. Da die Schutzmassnahmen von Covid 19 zu beachten waren, konnte leider kein Apéro angeboten werden. Dies hatte zur Folge, dass nur wenige Mitglieder an der Versammlung teilnahmen. Informationen zu den weiteren Strategien des Vereins werden wir zu gegebener Zeit an dieser Stelle publizieren.

Wer den Newsletter der Zuger Übersetzer, der ab November 2020 ca. 3x jährlich verschickt werden soll, erhalten möchte, schreibe uns bitte eine E-Mail mit dem ausdrücklichen Wunsch, den Newsletter zu erhalten.
Anmeldung Newsletter
Wir sind dankbar für jede E-Mail Adresse, damit wir unsere Anliegen einem möglichst breiten Publikum bekanntgeben können.

Der Vorstand der Zuger Übersetzer in einer historischen Aufnahme vom 20.10.2020
Von links nach rechts: Röbi Koller, Michelle Boetsch, Georg Gerber, Jeannette Baumann,
Hanspeter Uster, Brigit Eriksson-Hotz, Christoph Balmer, Peter Hebeisen.
Nicht anwesend: Paula Marty


Für beeindruckende Übersetzungskunst geehrt

 

Am 7. Oktober konnte Eveline Passet im Max Liebermann Haus am Pariser Platz in Berlin den Paul-Celan-Preis 2020 entgegennehmen. Ausgezeichnet wurde die herausragende Literaturübersetzerin für ihr Gesamtwerk, insbesondere auch für das mehrbändige Übersetzungsprojekt der Tagebücher von Michail Prischwin, für das Passet das Zuger Übersetzer-Stipendium 2017 erhalten hat. 

Lesen Sie im Folgenden: Die Laudatio auf Eveline Passet von Ulrich Schmid, Professor für Kultur und Gesellschaft an der Universität St. Gallen und die Dankesrede der Preisträgerin.

Mehr Infos auf der Homepage des Deutschen Literaturfonds.
 


Susanne Lange im Gespräch beim Radiotalk »Musik für einen Gast«

Die Gewinnerin des Zuger Übersetzer-Stipendium 2003, Susanne Lange, stellt sich den Fragen von Michael Luisier. Im Gespräch in der Radiosendung »Musik für einen Gast« auf SRF 2 Kultur erzählt sie von ihrem Weg in den Beruf und der Art und Weise, wie sie ihn ausübt, von ihrer sechs Jahre dauernden Arbeit am Don Quijote, von ihrer literarischen Leidenschaft und sprachlichen Akribie und von der Musik, die für sie auch immer mehr Sprache ist als etwas anderes.

Hier der direkte Link zur Sendung.
 


Zuger Übersetzer-Stipendium 2021

Der Verein Zuger Übersetzer (vormals Dialog-Werkstatt Zug) vergibt das Übersetzer-Stipendium 2021.

Das Übersetzer-Stipendium von SFr. 50'000.- soll die professionelle Übersetzung eines literarisch und kulturell bedeutenden Werkes in die deutsche Sprache ermöglichen und auszeichnen. Über die Vergabe des Stipendiums entscheidet unsere Fachjury. Antragsberechtigt sind Übersetzerinnen und Übersetzer, welche die Übertragung eines belletristischen Werkes in die deutsche Sprache planen. Von den Bewerbern sollten bereits Übersetzungen in Buchform vorliegen.

Die Bewerbungsunterlagen können bis 1. November 2020 angefordert werden von:

Zuger Übersetzer
Georg Gerber
Steinbaumstrasse 14
CH-8925 Ebertswil

georg.gerber@zugeruebersetzer.ch
 


Eveline Passet mit dem Paul-Celan-Preis 2020 augezeichnet


Eveline Passet an den Übersetzergesprächen 2019 in Zug  - Foto Stefan Kaiser, Zuger Zeitung

Der Guggolz-Verlag teilt uns soeben mit, dass Eveline Passet für ihr Gesamtwerk der Paul-Celan-Preis 2020 verliehen wird. Die Übersetzerin wird besonders für ihre Arbeit an den Tagebüchern von Michail Prischwin geehrt. Die Jury sagt dazu: »Eveline Passet erweist sich in allen Registern als hellhörige, die Tonlagen und Redeweisen des Textes erkennende Übersetzerin und überträgt ihn in ein reiches, vielstimmiges Deutsch, das uns den Text nahebringt, ohne ihm seine zeitliche Distanz und Widerständigkeit zu nehmen.«

Der Verein Zuger Übersetzer gratuliert Eveline Passet, der Preisträgerin des Zuger Übersetzerstipendiums 2017, herzlich zu dieser schönen Anerkennung. Der Paul-Celan-Preis ist eine der angesehensten Auszeichnungen für literarische Übersetzungen.
 


Übersetzerischer Wagemut - Blumenbach übersetzt Cohen

In der NZZ-Ausgabe vom 18. Juli schreibt Ulrich Blumenbach, Preisträger und Jurymitglied der Zuger Übersetzer, über seine Arbeit am Roman »Witz« von Joshua Cohen. Paula Marty fasst den Bericht zusammen.

Kann die Übersetzung eines Holocaust-Romans Spass machen? Eine Antwort auf diese heikle Frage gibt Ulrich Blumenbach anlässlich der Fertigstellung seiner Arbeit an Joshua Cohens Romansatire »Witz«. 2015 hat er für das anspruchsvolle Projekt das Zuger Übersetzer-Stipendium erhalten. Eindrücklich und manchmal erheiternd beschreibt Blumenbach die immensen Herausforderungen, die den Übersetzer erwarten, der sich an zeitgenössische, avantgardistische Literatur wie Cohens Holocaust-Satire wagt. Blumenbach demonstriert an geradezu beängstigend schwierig zu übersetzenden Beispielen, welche Anforderungen Cohens »Strategie rhetorischer Reizüberflutung« an ihn stellte: ein Werk zu übersetzen, das im Akt des Erzählens eine Form für das Nicht-Erzählbare sucht. Er habe die Grenzen dessen, was freies Übersetzen bedeutet, immer weiter hinausgeschoben, die kreativen Möglichkeiten des Deutschen ausgeschöpft, so Blumenbach in der NZZ. Und gibt damit einen kleinen Ausblick auf die Zuger Übersetzergespräche im kommenden Jahr. 2021 soll Cohens Roman »Witz« in der Übersetzung von Ulrich Blumenbach im Schöffling Verlag erscheinen.

Hier der Link zum vollständigen Artikel von Ulrich Blumenbach. Es handelt sich um einen Abo-Beitrag. Er steht ausschliesslich Abonnenten der NZZ zur Verfügung.
 


Übersetzungsmaschine: Freund oder Feind?

Unter dem Druck von Corona hat die breite Nutzung digitaler Technologien in fast allen Bereichen unseres Alltages einen Quantensprung gemacht. Schlagartig, nicht schrittweise. Ein umfangreicher Artikel in der neuesten Ausgabe der Wochenzeitung WOZ (11.6.20) untersucht nun den Stand der Digitalisierung im Bereich der Übersetzung in der Schweiz und befragt dazu Übersetzerinnen, Vertreterinnen von Agenturen und Experten aus der Computerlinguistik. Ist die Übersetzungsmaschine langfristig Freund oder Feind der Übersetzerinnen? Wie „lernfähig“ sind solche künstlich neuronalen Netze wirklich? Welche besonderen Ansprüche stellen sich in der viersprachigen Schweiz - etwa bei der maschinell übersetzten Werbung? Sind die Grenzen bei der Übersetzung anspruchsvoller Literatur langfristig überwindbar? Welche besonderen Tücken zeigen sich bei der Übersetzung wissenschaftlicher Werke, der verbesserten Technologie zum Trotz?

Eine aufschlussreiche Lektüre mit differenzierten Einblicken in gegenwärtige und zukünftige Entwicklungen.

Hier der Link zum Artikel der WOZ: »Die Welt zwischen den Sprachen«, der allerdings nur Abonnenten zur Verfügung steht.
 


Guggolz-Verlag ausgezeichnet

Der Verlag von Sebastian Guggolz, der die deutsche Übersetzung der Tagebücher von Michail Prischwin herausgibt, gehört zu den Preisträgern des Deutschen Verlagspreises 2020. Die Preise wurden von der Deutschen Kulturstaatsministerin Monika Grütters zum zweiten Mal an kleine und unabhängige Verlage verliehen.

Wir gratulieren herzlich und verweisen auf die Website des »Börsenblattes«, dem Fachmagazin der Deutschen Buchbranche. Mit diesem Link gelangen Sie auf die entsprechende Website.


Sebastian Guggolz mit Eveline Passet, der Übersetzerin der Prischwinschen Tagebücher. (Zug,  Nov. 2019)


Solothurn wagt das Online-Experiment

Die Solothurner Literaturtage dürfen wegen der Corona-Massnahmen dieses Jahr nicht stattfinden. Beziehungsweise: Sie dürfen nicht so stattfinden, wie üblich, nämlich vor Ort, mit Veranstaltungen, die Menschen physisch besuchen. Sehr wohl möglich ist aber eine digitale Variante davon. Das Veranstaltungsteam bietet deshalb einige Angebote der Solothurner Literaturtage online an. In diversen virtuellen Räumen kann man Vorlesungen, Workshops oder Diskussionen besuchen - unter anderem zum Thema des Übersetzens.

Ulrich Blumenbach, Gewinner des Zuger Übersetzer-Stipendiums 2015 und inzwischen Mitglied der Jury, lässt sich zum Beispiel vom Publikum bei der Arbeit über die Schulter gucken. Leider ist diese Veranstaltung bereits ausgebucht. (Ja, das gibts auch im virtuellen Raum!). Aber es gibt noch einiges mehr zu sehen, zu hören und zu erleben in Solothurn. Lasst euch inspirieren und überraschen.

Ein Klick auf obigen Screenshot führt direkt auf die Homepage der Online-Solothurner Literaturtage. Wir wünschen viel Vergnügen und den Kolleginnen und Kollegen des Organisationsteams viel Erfolg!
 


»Das Gesicht der Revolution hat niemand gesehen«

Der Radiosender Deutschlandfunk Kultur hat ein eindrückliches Hörfunk-Feature über die Tagebücher des Schriftstellers und Journalisten Michail Prischwin produziert. Autorin dieser Collage ist Eveline Passet, die einen Teil der Tagebücher ins Deutsche übersetzt hat. Sie wurde dafür 2017 mit dem Zuger Übersetzer-Stipendium ausgezeichnet. Der erste Band der Tagebücher in deutscher Sprache ist im Guggolz-Verlag erschienen.

Über diesen Link gelangen Sie zum Hörfunk-Feature von Deutschlandfunk Kultur.


Die Zeit ist aus den Fugen

Michail Prischwins geheime Tagebücher online … 

Am 17. März sollten Ilma Rakusa, Mitglied der Fachjury der Zuger Übersetzer und Eveline Passet, Gewinnerin des Zuger Übersetzerstipendiums 2017, die Tagebücher des russischen Autors Michail Prischwins im Berliner Literaturhaus vorstellen. Soweit der Plan. Ilma Rakusa sagte wegen des Corona-Virus' schon frühzeitig ab. Dafür sprang Jörg Plath, Literaturredakteur bei Deutschlandfunk Kultur, als Ersatz ein. Die Veranstaltung wurde «ins Netz verlegt».

Über folgenden Link: Archiv Literaturhaus Berlin können Sie Ilma Rakusas Einführung hören und Eveline Passet im Gespräch mit Jörg Plath - ohne Publikum, dafür mit reichlich Abstand.

… und im Äther

"'Das Gesicht der Revolution hat niemand gesehen'. Michail Prischwins geheime Tagebücher» -  unter diesem Titel steht das Radiofeature von Eveline Passet zu den Prischwinschen Tagebüchern, das 5. April von 22:03 bis 23:00 auf Deutschlandfunk Kultur ausgestrahlt  wird. Anschließend wird es als Audio- sowie als Lesedatei zur Verfügung stehen.
 


Mitgliederversammlung des Vereins Zuger Übersetzer

Aufgrund der ausserordentlichen Lage kann die jährliche Mitgliederversammlung des Vereins Zuger Übersetzer, die am 7. April 2020 vorgesehen war, nicht stattfinden. Die Details zur Absage finden Sie im Brief von Hanspeter Uster, Präsident des Vereins Zuger Übersetzer, an alle Mitglieder.

Brief des Präsidenten

Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis.

 


Leipziger Buchmesse*: Zwei ehemalige Zuger Preisträger nominiert

Melanie Walz (Zuger Übersetzer-Stipendium 1999) wurde für die Übersetzung von George Eliots »Middlemarch« (aus dem Englischen, Rowohlt Verlag) für den Preis der Leipziger Buchmesse 2020 in der Kategorie Übersetzer nominiert.

Andreas Tretner (Zuger Übersetzer-Anerkennungspreis 2015) hat sich mit der Übersetzung von Angel Igovs »Die Sanftmütigen« (aus dem Bulgarischen, eta Verlag) in derselben Kategorie ebenfalls eine Nomination geholt.

* Die Leipziger Buchmesse wurde wegen des Corona-Virus abgesagt. Das haben Messeleitung und die Stadt Leipzig am 3. März entschieden. Ob die Preisverleihungen allenfalls trotzdem stattfinden, wird noch diskutiert.

Der Verein Zuger Übersetzer gratuliert Melanie Walz und Andreas Tretner trotzdem herzlich zu ihren Nominationen und wünscht ihnen viel Glück!

Mehr Infos zur aktuellen Situation der Leipziger Buchmesse finden Sie hier.
 


Crypto-Leaks: Die Zuger Übersetzer retten den Ruf des Standortes Zug!

 


Die Tagebücher von Michail Prischwin, Band 1: Medienecho

Eveline Passet, die Preisträgerin des Zuger Übersetzer-Stipendiums 2017, und ihr Verleger Sebastian Guggolz dürfen sich freuen: Die Kritiker sind sich einig, dass sowohl die Auswahl der Texte aus dem umfangreichen Tagebuchwerk Prischwins wie auch die Übersetzung und die Kommentare dazu Lob verdienen.

Die Rezensionen der Süddeutschen Zeitung, der FAZ und der Zeit können wir Ihnen aus urheberrechtlichen Gründen nicht direkt zur Verfügung stellen. Über diesen Link zum Kulturmagazin "Perlentaucher" finden Sie jedoch zu den Zusammenfassungen der wichtigsten Kommentare.
 


Packende Übersetzer-Gespräche 2019

Sprachen sind Welten - das wurde an den Zuger Übersetzergesprächen einmal mehr deutlich. Die Talks vom 29. und 30. November hatten auch deshalb ganz unterschiedliche Drives. Das Publikum zeigte reges Interesse an den beiden Veranstaltungen.

Zuger Zeitung vom 2.12.19

Das Zuger Übersetzer-Gespräch vom 29.11. feierte eine Premiere: das Erscheinen des ersten Bandes des Tagebuchwerks von Michail Prischwin auf Deutsch. Moderator Georg Gerber begrüsste die Herausgeberin und Übersetzerin Eveline Passet, den russisch-schweizerischen Schriftsteller Michail Schischkin sowie den Verleger Sebastian Guggolz zum Gespräch. Aus historischer, biografischer und stilistischer Perspektive beleuchteten die Gäste, wie der russische Schriftsteller unter Bedingungen von Revolution, Bürgerkrieg und Terror mit seinem Tagebuch um sein Überleben als Schriftsteller kämpfte. Stimmig die Abrundung am Schluss, als die Stimme Prischwins selbst ertönte. Jana Grischina, die Herausgeberin der russischen Gesamtausgabe der Prischwinschen Diarien, hatte das wertvolle Tondokument nach Zug gebracht. Ein bewegender Moment im Gotischen Saal in Zug.

Am Samstag der Wechsel von Russisch zu Spanisch: Der Literaturübersetzer Christian Hansen und Moderator Georg Gerber umkreisten kenntnisreich und höchst unterhaltend Fragen und Themen wie: Was macht Übersetzer zu Performern von Literatur? Wie wird einer überhaupt Literaturübersetzer? Warum wurde der chilenische Schriftsteller Roberto Bolaño weltweit zum Kultautor? Inwiefern kann Jazz einem das Schreiben des argentinischen Autors César Aira näherbringen?


Vorschau
Zuger Übersetzer-Gespräche 2019


Sebastian Guggolz in seinem Verlag in Berlin (© Stefanie Loos)

Buchpremiere Michail Prischwin
Tagebücher Band I 1917 bis 1920

Freitag, 29. November, 20 Uhr - Gotischer Saal, Rathaus Zug

Eveline Passet, Zuger Übersetzer-Stipendium 2017
Sebastian Guggolz, Verleger in Berlin
Michail Schischkin, Autor und Journalist
Moderation: Georg Gerber

Im November 2019 erscheint der erste Band der Tagebücher von Michail Prischwin (1873-1954) auf Deutsch; druckfrisch wird das Buch in Zug präsentiert. Eveline Passet hat die Texte für den Band zusammengestellt und ins Deutsche übertragen. Sie spricht mit ihrem Verleger Sebastian Guggolz sowie dem Autor und Russlandkenner Michail Schischkin, der ein Nachwort zum Band geschrieben hat, über das Übersetzen, Prischwins Tagebücher und deren kulturgeschichtliche Bedeutung.

Verlegerische Pionierarbeit
Der Guggolz Verlag hat sich mit Übersetzungen bedeutender Autoren aus Nord- und Osteuropa, die zu Unrecht kaum mehr bekannt oder vergessen sind, einen Namen gemacht. Jetzt wagt sich der kleine Verlag mit einer vierbändigen Ausgabe an das monumentale Tagebuchwerk des russischen Autors Michail Prischwin. Anlässlich des Erscheinen des ersten Bandes hat Paula Marty, Vorstandsmitglied des Vereins Zuger Übersetzer, mit dem Verleger Sebastian Guggolz über sein ambitiöses Projekt gesprochen.

Interview von Paula Marty mit Sebastian Guggolz 13.11.19

Radiointerview mit Sebastian Guggolz im Deutschlandfunk 13.11.19

Interview von Paula Marty mit Eveline Passet Oktober 2018
 


»Ich habe schimpfen gelernt«

Susanne Lange wurde 2003 für ihre Arbeit an Cervantes’ Don Quijote mit dem Zuger Übersetzerstipendium ausgezeichnet. Jetzt hat sie den Roman Gringo Champ der jungen mexikanischen Autorin Aura Xilonen ins Deutsche übertragen. Röbi Koller sprach mit Susanne Lange anlässlich ihres Auftritts im Zürcher Literaturhaus.
 

Frau Lange, Don Quijote wurde vor rund 400 Jahren geschrieben, Gringo Champ ist eine Geschichte des 21. Jahrhunderts. Die Stoffe, mit denen Sie arbeiten, sind Welten voneinander entfernt.

Es macht den Eindruck, als hätten die beiden Romane nichts miteinander zu tun. Was man aber in beiden findet, ist diese barocke Sprachlust. Bei Don Quijote konnte ich auf die deutschen Barockschriftsteller zurückgreifen, die damals, als sich die deutsche Sprache noch finden musste, sehr viele Wortschöpfungen ausprobiert haben. Davon haben längst nicht alle überlebt, aber sie waren sehr anschaulich. Das war für mich eine Gelegenheit, in den Brunnen der Sprache zu tauchen und gewisse dieser Begriffe wieder hervorzuholen. Der Trübetümpel zum Beispiel, für einen melancholischen Menschen, das versteht man sofort, auch wenn es kein gebräuchlicher Ausdruck mehr ist.

Diese Erfindungslust musste ich auch bei Aura Xilonen einsetzen, um die eigene Sprache der Hauptfigur zu erfinden. Das ist mir generell wichtig: dass man sich auf die Tradition der eigenen Sprache konzentriert und schaut, was für Wortmaterial vorhanden ist. Die Vielfalt der Sprache hervorzukehren – das verbindet die beiden Werke.

Wenn ich Ihnen und Aura Xilonen während des Auftritts im Zürcher Literaturhaus zugehört habe, hatte ich den Eindruck, die Arbeit hätte Ihnen teilweise auch Spass gemacht. Richtig?

Also am Anfang hatte es eher etwas von Verzweiflung! Aber je mehr man reinkam und je besser man den Ton fand, desto amüsanter wurde es, sich Sachen auszudenken. Die meisten Ideen kamen mir ja nachts …

… und Sie haben sich offenbar auch ausgetauscht mit der Autorin.

Ja, ich habe ihr sehr viele Fragen gestellt, die sie dann zögerlich beantwortet hat – manchmal auch nicht. Aber ich habe ein Gefühl dafür entwickelt, wie sie erfindet. Und das war das Wichtigste: Sobald ich wusste, wie sie es macht, konnte ich selber in diese Rolle schlüpfen und drauflos erfinden. In diesem Fall war das die einzige Herausforderung. Wörtlich zu übersetzen hätte gar keinen Sinn gehabt. Deshalb waren beide Arbeiten sehr interessant. Im Übrigen gab es noch eine Parallele: Ich habe schimpfen gelernt – sowohl mit Don Quijote wie auch mit Aura Xilonens Figuren!

Rezension »Neue Zürcher Zeitung«     Rezension »DerSpiegel«   Rezensionen »Perlentaucher«

 


Mit der Sprache zaubern

Susanne Lange, Preisträgerin des Zuger Übersetzerstipendiums 2003, hat Gringo Champ, das Romandebüt der jungen Mexikanischen Autorin Aura Xilonen, ins Deutsche übertragen. Ein kompromissloser und wuchtiger Roman einer mutigen, engagierten Schriftstellerin. Xilonen und Lange treten am 7. September in Zürich auf.

Die Neue Zürcher Zeitung ist voll des Lobs - nicht nur für den ersten Roman von Aura Xilonen, den sie mit nur 20 Jahren schrieb, sondern auch für dessen Übersetzung: »Man muss vielleicht schon eine an Cervantes erprobte Übersetzerin sein, um diesem sprachlichen Husarenstück gewachsen zu sein.« (NZZ vom 22.3.19) Xilonen beherrsche alle Register, heisst es weiter, »vom Trash über die Komik bis zum Sentimentalen, doch nie gerät die Sprache vor Anstrengung ins Schwitzen. Da ist eine tänzerische Leichtigkeit, wie sie nur das Schwerste erträgt.«

Wer die Autorin und deren Übersetzerin live erleben möchte, sollte den Auftritt der beiden Frauen am 20jährigen Jubiläum des Zürcher Literaturhauses nicht verpassen. Details dazu gibt es über folgenden Link: Jubiläum 20 Jahre Literaturhaus Zürich


Aktuell


»DeepL-Translator wird nie den Übersetzerpreis gewinnen«

Zahlreich und buntgemischt war das Publikum, das sich im Festsaal des Theater Casino einfand, um an der feierlichen Verleihung des Zuger Übersetzer-Stipendiums und des Zuger Anerkennungspreises teilzunehmen. Unter den Gönnerinnen, Freunden und Mitgliedern des Vereins Zuger Übersetzer waren bekannte Gesichter aus der Fachjury, Vertreterinnen und Vertreter befreundeter Übersetzerorganisationen sowie als Repräsentanten von Stadt und Kanton Stadtpräsident Karl Kobelt und Regierungsrat Stephan Schleiss auszumachen.

Mit grosser Freude begrüßte Hanspeter Uster, Präsident der «Zuger Übersetzer», die Gäste, allen voran die beiden diesjährigen Preisträger. Am Sonntag, den 16. Juni 2019 wurde Berthold Zilly das mit 50'000 Franken dotierte 12. Zuger Übersetzer-Stipendium für die enorm anspruchsvolle Übersetzung von João Guimarães Rosas Prosadichtung «Grande Sertão: Veredas» verliehen. Christian Hansen erhielt den 11. Zuger Anerkennungspreis in Höhe von 10'000 Franken für die Übersetzung von César Airas Erzählung «Das Testament des Zauberers Tenor» als Beispiel seiner übersetzerischen Mitarbeit an der sogenannten «Bibliothek Aira» des Verlags Matthes & Seitz.

Höhepunkte im vielstimmigen Rede-Reigen waren u.a. die wortmächtige Laudatio des Schriftstellers Hans-Christoph Buch auf Berthold Zilly sowie die Lesungen der beiden Übersetzer (vgl. Link). Stadtpräsident Karl Kobelt betonte in seiner Rede die visionäre Kraft der Gründerinnen und Gründer des Vereins Zuger Übersetzer. Literaturübersetzung sei eine «analoge» Kunst und unter der fast flächendeckenden Vorherrschaft des Digitalen zu einem unverzichtbaren Gegenpol geworden. Es brauche in der global gewordenen Welt den echten Dialog und weniger die Leistung von Algorithmen, um sich näher zu kommen. Als Grenzgänger zwischen den Sprachen öffneten die Literaturübersetzer dafür die Türen. «‹DeepL-Translator›, die bekannte Übersetzermaschine, wird nie den Zuger Übersetzerpreis gewinnen», so das entschiedene Fazit des Zuger Stadtpräsidenten.

Ausführlicher Bericht von Paula Marty (pdf) 
Laudatio von Hans-Christoph Buch (pdf)

 


Rückblick

Mitgliederversammlung des Vereins Zuger Übersetzer

Mittwoch, 3. April 2019, Galerie Billing Bild Baar

Vereinspräsident Hanspeter Uster leitete die jährliche Mitgliederversammlung, die zum ersten Mal an einem neuen Ort stattfand. Vielen Dank, Gaby und Gert Billing, für die Gastfreundschaft. Im Anschluss an die offizielle Versammlung führte Dr. Georg Gerber (Vorstandsmitglied und Präsident der Jury) ein Gespräch mit Prof. Thomas Hunkeler von der Universität Freiburg. Hunkeler ist letztes Jahr neu in die Jury des Zuger Übersetzer-Stipendiums gewählt worden. Die Themen des Gesprächs waren die Situation des Französischen als Schul- und Studienfach sowie die Verbindung der Sprachen und Literaturen in der Schweiz. Thomas Hunkeler ist Mitinititant eines grossen Forschungsprojekts, das sich zum Ziel genommen hat, eine Literaturgeschichte zu schreiben, die die Verbindungen zwischen den Literaturen und Literaturinstituten der verschiedenen Landesteile aufzeigt.

 Galerie Billing Baar
 

Fotos Christoph Balmer (Zuger Übersetzer)
 



Elizabeth Bishop: Gedichte - übersetzt von Steffen Popp (Anerkennungspreis der Zuger Übersetzer 2015)

Die Neue Zürcher Zeitung widmet dem Gedichtband von Elizabeth Bishop, der im Carl Hanser Verlag München in einer zweisprachigen Ausgabe erschienen ist, einen ausführlichen Text. Titel: »Dieser Gedichtband taugt gut als Atlas für rastlose Seelen«. Rezension NZZ vom 10.2.19


Zuger Übersetzer-Stipendium 2019 an Berthold Zilly
Anerkennungspreis an Christian Hansen

Das zwölfte Zuger Übersetzer-Stipendium in der Höhe von SFr. 50'000 geht an Berthold Zilly (Berlin) für die Übersetzung des Romans Grande Sertão: Veredas von João Guimarães Rosa. Das Buch wird im Hanser Verlag (München) erscheinen. Den Zuger Anerkennungspreis in der Höhe von SFr. 10 000.- erhält Christian Hansen (Berlin, Madrid). Er übersetzt für Matthes & Seitz (Berlin) Werke von César Aira.
Die Preisverleihung findet am 16.6.2019 in Zug statt.

Weitere Informationen finden Sie hier.

 


Literaturpreise 2019 des Bundesamtes für Kultur

Zsuzsanna Gahse erhält den Schweizer Grand Prix Literatur 2019 für ihr originelles Werk zwischen Poesie und Prosa. Der Spezialpreis Vermittlung geht gleichzeitig an das Centre de traduction littéraire in Lausanne und das Übersetzerhaus Looren. Medienmitteillung des Bundesamtes für Kultur

Der Verein Zuger Übersetzer gratuliert Zsuzsanna Gahse und den Kolleginnen der beiden Übersetzerhäuser herzlich zu den Auszeichnungen. Interview mit Gabriela Stöckli, Leiterin des Übersetzerhauses Looren und Irene Weber Henking, Leiterin des Centre de traduction littéraire de Lausanne.


Wir wünschen allen Frohe Festtage und einen guten Start ins 2019!

Der Vorstand des Vereins Zuger Übersetzer.

Andrej Bitow (1937-2018)

Der Autor des Romans »Puschkinhaus«, für dessen Übersetzung Rosemarie Tietze 2005 das Zuger Übersetzer-Stipendium erhalten hat, ist am 3. Dezember in Moskau verstorben. Andrej Bitow war mehrmals in Zug zu Besuch. Der Verein Zuger Übersetzer behält ihn in guter Erinnerung.

Lesen Sie den Nachruf auf Andrej Bitow in der  NZZ vom 4.12.18



Die Zuger Übersetzer-Gespräche 2018 im Rückblick

 

Der Lyrikabend (20.11.): Jürg Scheuzger, Steffen Popp und Ilma Rakusa


Die Zuger Übersetzer-Gespräche am 10.11.18 mit Jürg Scheuzger (Moderator, links) sowie Andreas Tretner und Eveline Passet


Übersetzer-Gespräche vom 9.11.18 mit den Verlegern Sabine Dörlemann und Sebastian Guggolz. Moderation: Jürg Scheuzger.

Ausführlicher Bericht über die Zuger Übersetzer-Gespräche 2018: Verleger und Übersetzerinnen mit Entdeckerqualitäten

Interview mit Eveline Passet: Zu entdecken - eine Grosserzählung über die Sowjetunion in Tagebuchform

 


Zuger Übersetzer-Stipendium 2019

Der Verein Zuger Übersetzer (vormals Dialog-Werkstatt Zug) vergibt das Übersetzer-Stipendium 2019.

Das Übersetzer-Stipendium von SFr. 50 000.- soll die professionelle Übersetzung eines literarisch und kulturell bedeutenden Werkes in die deutsche Sprache ermöglichen und auszeichnen. Über die Vergabe des Stipendiums entscheidet eine Fachjury. Antragsberechtigt sind Übersetzerinnen und Übersetzer, welche die Übertragung eines belletristischen Werkes planen. Von den Bewerbern sollten bereits Übersetzungen in Buchform vorliegen.

Die Bewerbungsunterlagen können bis 1. November 2018 angefordert werden von

Zuger Übersetzer
Georg Gerber
Steinbaumstrasse 14
CH 8925 Ebertswil


oder

georg.gerber@zugeruebersetzer.ch
 


Danke, Christa!

Der Verein Zuger Übersetzer hat nach dem Gründerpräsidenten Jürg Scheuzger nun auch Christa Kamm verabschiedet, die an Scheuzgers Seite seit 1997 den Verein prägte. Sie war Vizepräsidentin, Aktuarin, Sekretärin, Gastgeberin, Netzwerkerin und gute Seele in einem.

(v.l.n.r.) Matthias Haldemann, Direktor Kunsthaus Zug
Christa Kamm, Gründungsmitglied Verein Zuger Übersetzer (ehemals Dialog-Werkstatt Zug)
Hanspeter Uster, aktueller Präsident Verein Zuger Übersetzer
Jürg Scheuzger, Gründerpräsident Verein Zuger Übersetzer (ehemals Dialog-Werkstatt Zug)

Es war Christa Kamms Wunsch, zu ihrem Abschied vom Verein Zuger Übersetzer eine Führung durch das Kunsthaus Zug anzubieten, mit dem sie seit dessen Gründung als Vermittlerin und Mäzenin eng verbunden ist. Der bereits an der Generalversammlung vom letzten April zurückgetretene Gründerpräsident Jürg Scheuzger dankte seiner Kollegin, die wertvolle, unbezahlte (wie auch: unbezahlbare) Arbeit geleistet hat.

Matthias Haldemann, der Direktor und Kurator des Kunsthauses Zug, führte gemäss Kamms Wunsch den Vorstand und einige Vereinsmitglieder durch die Ausstellung »Autor auf Reisen« des Ungarischen Schriftstellers und Fotografen Péter Nádas sowie durch die Zusammenstellung »Die Sammlung zur Sammlung«. Er nahm Bezug auf den früheren Namen des Vereins Zuger Übersetzer (bis 2017: Verein Dialog-Werkstatt Zug) und stellte mehrere Werk-Dialoge zwischen zeitgenössischen und historischen Arbeiten der Stiftung Sammlung Kamm vor. Über Zeiten und Kulturen hinweg stellten diese für ihn auch eine Übersetzungs- und Vermittlungsarbeit dar.

16. August 2018


Literarischer Monat: Spezialausgabe »Von der Kunst des literarischen Übersetzens«

Mit Beiträgen von Camille Luscher, Philippe Jaccottet und Ulrich Blumenbach sowie einem Übersetzungsexperiment mit Adolf Muschg


Zuger Übersetzer:
Der neue Präsident heisst Hanspeter Uster

An der Mitgliederversammlung vom 3. April 2018 im Zuger Siehbachsaal wurde Jürg Scheuzger, der Gründer und erste Präsident des Vereins Zuger Übersetzer, in Ehren verabschiedet und sein Nachfolger mit Akklamation gewählt.

Impressionen der Mitgliederversammlung des Vereins Zuger Übersetzer 2018 mit anschliessendem Apéro
















Fotos Marcel Kaufmann

Eindrücke von den Übersetzergesprächen
mit Andreas Nohl und Lars Claßen (Lektor beim dtv-Verlag)

Freitag, 24. November 2017, Gotischer Saal, Rathaus Zug

»Ich habe im Anschluss die beiden Geschichten, die Andreas Nohl 'angelesen' hat, in der Schmidt/Wollschläger-Übersetzung zur Hand genommen und tatsächlich die Frage, weshalb eine Neuübersetzung Sinn macht, schlagend beantwortet erhalten.«
Heinz Morf, Vorstand Zuger Übersetzer

Übersetzer Andreas Nohl (links) und Lektor Lars Claßen diskutieren
über die Neu-Übersetzung von Edgar Allen Poes »Unheimliche Geschichten«
(Foto Heinz Morf)

Jürg Scheuzger, Präsident des Vereins Zuger Übersetzer
(Foto Heinz Morf)


Zuger Übersetzer-Stipendium 2017
an Eveline Passet
Anerkennungspreis an Andreas Nohl

Das elfte Zuger Übersetzer-Stipendium in der Höhe von SFr. 50’000 geht an Eveline Passet (Berlin) für die Übersetzung der Tagebücher von Michail Prischwin. Die geplanten vier Bände erscheinen im Guggolz Verlag (Berlin).
Den Zuger Anerkennungspreis in der Höhe von SFr. 10'000 erhält Andreas Nohl (Augsburg). Er übersetzt für dtv die Werke von Edgar Allan Poe.
Die Preisverleihung fand am 11.6.2017 in Zug statt.

 Laudatio auf Eveline Passet   Laudatio auf Andreas Nohl


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